Bundeswallfahrt mit Behinderten nach Rom

Zum Papst und Sitz des Malteserordens

Die Schönheit der Ewigen Stadt und die Erlebnisse in der großen Malteser-Pilgergemeinschaft sind für alle Pilger sehr beeindruckend.

Seit Gründung des Souveränen Malteser Ritterordens im Heiligen Land zur Zeit der Kreuzzüge ist die Betreuung von Pilgern eine der vornehmsten Aufgaben. Seit vielen Jahren führt der Malteser Hilfsdienst auf Bundesebene im Abstand von drei bis vier Jahren auch Wallfahrten mit Behinderten nach Rom durch. Die neunte Pilgerreise fand 2008 statt, die zehnte ist für Herbst 2012 geplant. 

Warum Rom?

Auf der letzten Hinfahrt nach Rom berichtete unser geistlicher Leiter Propst Dr. Reinhard Richter aus Brilon von einem guten Vorsatz für Pilger: „Jeder Christ sollte in seinem Leben einmal auf den drei für die Kirche und Kultur des Abendlandes wichtigen Bergen gewesen sein, dem Tempelberg in Jerusalem, der Akropolis in Athen und dem Berg des Kapitols in Rom. Der Gesetzesberg im Heiligen Land, die Wirkungsstätte des Heiligen Paulus und St. Peter als Zentrum der katholischen Weltkirche sind in diesem Sinne wichtige Wallfahrtsorte.“

Auch für die weltweit tätigen Malteser ist Rom, seit 1834 als Sitz des päpstlich anerkannten Souveränen Malteser Ritterordens, zentraler Regierungs- und Wallfahrtsort. Daher wird jede Romwallfahrt mit einem Besuch der Ordensbotschaft in der Via Condotti und dem Ordenssitz auf dem Aventin, dem südlichsten der sieben Hügel Roms, verbunden. So haben auch die Malteser ihren bedeutenden Pilger-Berg.


Was Sie erwartet

Meiner Meinung nach ist es das unmittelbare Erleben der Weltkirche an ihrem Ursprungsort. Nirgendwo sonst ist das Umfangen sein durch die „Mutter Kirche“ so allgegenwärtig und direkt erlebbar wie an dem Ort, der durch mehr als 2000 Jahre Pontifikat geprägt ist. Nirgendwo finden sich gleichzeitig so viele Schwestern und Brüder aus allen Kontinenten im Glauben vereint.

Aber auch andere kulturelle Einzigartigkeiten finden sich in Rom, das über Jahrtausende Zentrum der christlich abendländischen Welt ist und zuvor des römischen Weltreiches war. Bei einem Gang durch Rom stößt man allerorts auf Zeugnisse dieser Geschichte – Rom ist wahrhaft die ewige Stadt. Für den Pilger lassen diese Eindrücke auch einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen.

So ist die zweitägige Anreise mit dem Bus mit Zwischenstopp in Südtirol schon recht anstrengend. Allerdings rauscht die Landschaft, begleitet von den interessanten Kommentaren der Pilgerleitung zu Historischem, Kulturellem und Kirchlichem am Wegesrand wie im Film vorbei, regelmäßig unterbrochen durch Gebete und Gesänge. Das fördert den Zusammenhalt. Zum Kennenlernen und Einstimmen hatten sich die Teilnehmer auch schon vor der Wallfahrt getroffen. Dort wurden auch Patenschaften der Malteserhelfer mit den Kranken und Behinderten geschlossen, so dass für eine individuelle Betreuung gesorgt war.

Für Behinderte, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ist die einwöchige Romwallfahrt eine besondere Gelegenheit, neue Eindrücke zu gewinnen, Nähe zu erleben und Kraft im Glauben zu finden. Sie wissen, dass sie bei den Maltesern in guten Händen sind. Erfahrenes Pflegepersonal, sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer unterstützen die behinderten Mitpilger nach besten Kräften. Mitreisende Malteserärzte und Sanitätspersonal stehen jederzeit zur Verfügung, so dass neben der persönlichen Betreuung auch die medizinische Versorgung rund um die Uhr sichergestellt ist. Versorgungsnotwendigkeiten werden zuvor mit dem jeweiligen Hausarzt abgestimmt. Ein Malteser-Seelsorger übernimmt die geistliche Begleitung.

In Rom an gekommen, vollzieht sich die Unterbringung in Pilgerhäusern, einfachen, sauberen Unterkünften mit guter Verpflegung. Das Programm der Wallfahrt ist eng gestaffelt. Täglich findet in einer der Erzbasiliken ein Pontifikalamt statt, daneben stellen die Papstaudienz und der Empfang durch den Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens weitere Höhepunkte dar. Neben dem Zentralprogramm steht in der Regel ein Tag zur Verfügung, der durch die einzelnen Diözesangruppen eigenständig gestaltet werden kann. Ein Ausflug in die Umgebung zum Beispiel zur päpstlichen Sommerresidenz Castell Gandolfo, nach Frascati, Tivoli oder Ostia waren vergangene Stationen.

Bemerkenswert sind die gemeinsamen Fahrten der 35 bis 40 Pilgerbusse durch die Stadt, bei der uns für diesen Einsatz ehrenamtlich tätige Polizisten eskortieren und oft durch atemberaubende Fahrmanöver auf ihren Motorrädern den Weg durch das verstopfte Rom bahnen.

Wer einmal an solch einer Wallfahrt teilgenommen hat, möchte immer wieder dabei sein.

(Bericht 2008 von Albert Boßerhoff, Leitender Arzt und Stadtbeauftragter Steinheim)

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