Tagebuch zur 31. Malteser - Lourdeswallfahrt
vom 14. bis 20. April 2011 Paderborn-Lourdes und zurück.
Tagebuch der Malteser Paderborn 31. vorösterlichen Wallfahrt Paderborn LourdesDonnerstag, 14. April:
Mit einer Rekordbeteiligung von über 850 Pilgern startete heute die 31. Malteser-Wallfahrt der Generationen aus der Erzdiözese Paderborn zum Marienheiligtum nach Lourdes. In diesem Jahr begleiten Weihbischof Matthias König und Malteser-Diözesanseelsorger Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg den Sonderzug nach Südfrankreich. 180 Pilger starten morgen mit dem Flugzeug von Paderborn-Lippstadt. Zahlreiche Medienvertreter waren um 9 Uhr auf den Paderborner Bahnsteig gekommen. In Köln entschied sich das Domradio zu einer spontanen Live-Berichterstattung (Beitrag "Abfahrt nach Lourdes").
„Unsere diesjährige Pilgerreise war erfreulicherweise schon sehr früh ausgebucht, da wir verstärkt Werbung in Kirchengemeinden und Behinderteneinrichtungen gemacht haben“, freut sich Wallfahrtsleiter Thomas Ohm vom Malteser-Pilgerdienst. „Aber auch unser einmaliges Konzept für unterschiedliche Zielgruppen hat sich in den vergangenen Jahren positiv herumgesprochen.“
Teilnehmer sind Menschen aller Altersstufen, besonders Ältere, Kranke und Behinderte sowie Familien, Firmlinge und Pfarrgruppen. Für Jugendliche wird während der Pilgerfahrt ein besonderes Programm geboten. Sie beteiligen sich aber auch an der Betreuung hilfsbedürftiger Wallfahrer. Mitglieder von Chören haben die Möglichkeit, in der Scola und in Frankreich im internationalen Chor mitzusingen.
Besonders ist aber auch die seelsorgliche Begleitung und medizinische Unterstützung auch schwerst kranker und behinderter Pilger durch Ärzte, Pfleger und Sanitäter des Malteserordens und Malteser Hilfsdienstes, zum Teil in einem speziellen Lazarettwagen. Insgesamt 98 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stehen bedarfsgerecht zur Verfügung, werden den Bedürftigen Hände und Füße sein.
Am Donnerstagmorgen setzte sich der Pilgerzug in Altenbeken in Bewegung und nimmt die Pilger an den Bahnhöfen Paderborn, Lippstadt, Soest, Dortmund und Hagen auf. In Trier wird ein Zwischenstopp eingelegt, bei dem der erste gemeinsame Gottesdienst im Dom gefeiert wird. Die Trierer Malteser werden traditionell für die Verpflegung auf dem Bahnsteig sorgen. Die Rückreise am 20. April wird mit einem Dankgottesdienst im Kölner Dom enden. Dort werden sich zahlreiche örtliche Malteser den Paderborner Helfern anschließen. Im Dom werden Vertreter der Bundes- und Diözesanebene aus Köln erwartet.
„Von meinen zahlreichen Malteser-Wallfahrten besonders nach Rom und Lourdes weiß ich, dass es für viele schwerst Kranke und Behinderte ein einmaliger oder auch ein letzter Wunsch ist, an unserer Wallfahrt teilzunehmen“, betont Msgr. Schallenberg vor der Abfahrt. „Jedes Mal konnte ich erfahren, wie das Beten in der Mariengrotte in der fröhlichen Maltesergemeinschaft zur Linderung großer Not beigetragen hat. Aber auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer erfahren viel Dank und Liebe. So ist unsere Pilgerreise eine wundervolle Einstimmung auf das Osterfest.“
Freitag, 15. April:
Nach ca. 6 Stunden Bahnfahrt legte der Pilgerzug einen Zwischenstopp in Trier ein. Im Trierer Dom feierten die Pilger die Eröffnungsmesse mit Weihbischof König. Rund 650 Pilgerinnen und Pilger nahmen an der Messe teil und sorgten so für einen vollbesetzten Dom. Die Kranken und Behinderten, die nicht an der Eröffnungsmesse teilnehmen konnten, feierten parallel eine Hl. Messe im Pilgerzug. Nach einem Gang durch die Porta Nigra erwartete die Pilger am Bahnhof ein deftiger Eintopf, den traditionell die Malteser aus Waldrach bei Trier zubereitet hatten und an die hungrigen Reisenden austeilten.
Gegen halb sieben verließ der Zug den Trierer Bahnhof und mit viel Musik ging es dann über Luxembourg, Lyon, Nimes und Toulouse nach Lourdes, wo der Zug dann am 15. April pünktlich zum Mittagessen eintraf. Kurz vor Ankunft des Sonderzuges war bereits der Flieger mit noch einmal 180 Pilgern aus Paderbon in Lourdes gelandet.
Mit dem Aufstellen einer großen Pilgerkerze an der Grotte zu Lourdes eröffneten die 850 Paderborner Pilger die Tage in dem Wallfahrtsort. Gemeinsam feierte die Pilgerschar anschließend in der vollbesetzten Rosenkranzbasilika die erste Hl. Messe in Lourdes.
Wer am Abend noch nicht zu erschöpft von der Reise war, nahm an der stimmungsvollen Lichterprozession teil und ließ die feierliche Atmosphäre vom nächtlichen Lourdes auf sich wirken.
Samstag, 16. April:
Nach einer ruhigen Nacht in den Hotels herrschte am frühen Samstagmorgen am 7 Uhr rege Betriebsamkeit an den Frühstückstischen, denn schon um 8.30 Uhr stand der erste Programmpunkt auf dem Plan. Heilige Messe an der Grotte von Lourdes, wo vor 153 Jahren die Heilige Jungfrau Maria dem kleinen Mädchen Bernadette erscheinen ist.
Nach dem Gottesdienst zog die Pilgergemeinschaft in einer Prozession über die Esplanaden bis vor die Rosenkranzbasilika, um dort ein Gruppenfoto zu machen.
Der Nachmittag stimmte die Pilger dann mit dem Kreuzweggebt in die Karwoche ein. Verschiedene Gruppen zogen über den Kalvarienberg und entlang der Gave, um den Leidensweg Jesu nachzugehen.
Für die vielen Jugendlichen standen Üben für das Passionsspiel, Buchsbaum sammeln und eine Stadtrally auf dem Programm. In nächtlicher Dunkelheit zogen die Jugendlichen dann auch noch mit Fackeln über den Kalvarienberg, um den Kreuzweg zu beten.
Palmsonntag, 17. April:
Am Palmsonntag erlebten die Paderborner Pilgerinnen und Pilger eindrucksvoll den Einstieg in die Heilige Woche gemeinsam mit vielen Tausend anderen Pilgern aus aller Welt. Die geistliche Pilgerleitung, Weihbischof Matthias König stand dabei der internationalen Messe als Hauptzelebrant vor. Zum dritten Mal in Folge durften Jugendliche das Passionsspiel während diesem Festgottesdienst aufführen und den Pilgern das Leiden und Sterben Christi näher bringen.
Der Nachmittag konnte für Stadtrundgänge genutzt werden. In kleinen Gruppen wurden einzelne Stationen der Hl. Bernadette gezeigt und erklärt.
Am Abend besuchte die Pilgerschar wieder die Lichterprozession. Diesmal waren auch die kranken und behinderten Mitpilger dabei. Die Damen und Herren des Krankendienstes vom Malteserorden und viele Jugendliche halfen dabei die Rollstühle und Wagen zu schieben.
Beendet wurde der Tag mit einem Segnungsgottesdienst. Die Priester und Diakone spenden jedem Pilger einen Segen, in dem die persönlichen Anliegen mit hineingenommen wurden.
Montag, 18. April:
Nach dem ereignisreichen Palmsonntag verlebte die Pilgergruppe einen ruhigen Tag bei herrlichem Wetter zu fast sommerlichen Temperaturen. Während des morgendlichen Familiengottesdienstes wurde allen Pilgern, die es wünschten, die Krankensalbung gegeben. Viele Pilger nutzen den Nachmittag für einen kurzen Ausflug in die nahegelegenen Pyrenäen.
Der Abend stand wieder im Zeichen der Lichterprozession, die mit großer Paderborner Beteiligung stattfand. Die vielen Jugendlichen machten nach Mitternacht noch einen Gang zur Lourdes-Grotte. In absoluter Stille suchten sie das Gebet und entzündeten eine Opferkerze. Diese besondere Stimmung ließ niemanden unbeeindruckt. So auch nicht den 14jährige Moritz, der sicher ist, dass die Tage in Lourdes ihn verändert und ihn zu einem besseren Menschen gemacht haben.
Dienstag, 19. April:
Nach dem Abschlussgottesdienst an der Grotte um 8.30 h ging es zurück in die Unterkünfte zum Kofferpacken. Dort gab es dann noch ein frühes Mittagessen, bevor um 11.30 h die Busse zur Abfahrt zum Bahnhof und Flughafen bereit standen.
Zum Abschied wurden auf dem Bahnhof noch einige Lieder gesungen. Dann startete der Pilgerzug pünktlich um 12.40 h Richtung Heimat.
Mittwoch, 20. April:
Die Pilgerreise endete heute mit dem pünktlichen Eintreffen des Pilgersonderzuges am frühen Abend im Paderborner Hauptbahnhof. Ein kleiner Teil der Reisenden fuhr noch weiter bis Altenbeken. Vorab legte der Pilgerzug noch einen Zwischenstopp in Köln ein, um im Dom einen Abschlussgottesdienst zu feiern. Mit Unterstützung der Malteser aus Köln, konnten auch alle Kranken und Behinderten teilnehmen, die in Rollstühlen in den Dom gefahren wurden. Alle Teilnehmer und besonders das Leitungsteam des Pilgerzuges sind überaus zufrieden mit dem Verlauf der Wallfahrt. Die Pilger sind allesamt ohne Zwischenfälle zwar erschöpft aber im Geiste gestärkt wieder in ihrer Heimat eingetroffen. Ob es die Besserung einer Unfallverletzung, die Ergriffenheit beim Gebet in der Grotte zu Lourdes oder die besondere Einsatzbereitschaft der mitgereisten Jugendlichen war - jeder hat sein kleines Lourdes-Wunder erfahren.
Zum Vorbericht
TV-Berichte der Deutschen Welle zur Lourdeswallfahrt 2008, damals noch unter Leitung des Familienbundes im Erzbistum Paderborn, mit Beteiligung des Malteserordens:


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